Nietzsche oder Das deutsche Elend

von Alexander Widner

Premiere: 5. Mai 2017
weiters: 6., 8., 9., 16., 17., 18., 19., 20. Mai 2017
jeweils 20.00

Mit: Klaudia Reichenbacher, Margot Ganser Skofic, Nadine Zeintl, Rüdiger Hentzschel, Gerhard Lehner

Kreuzfidel auf dem Divan im Hause seiner Schwester und Mutter, mimt der Philosoph Friedrich Nietzsche dem Anschein nach nur den Kranken und erduldet die Bevormundung, um selig abgeschirmt von der Welt und allein mit sich und dem stummen Zuhörer Peter Gast, den Träumen einer letzten Italienreise mit Lou Salome ungestört nachhängen und schreiben zu können. – Wie weit seine Simulation tatsächlich geht, bleibt offen.

Seine fast Bernhardschen Redeschwälle schweben unablässig zwischen Wahnsinnsarie und hellster Weltsicht. Ob Nietzsche wider die „Kontemplationshöhle Deutschland” tobt, gegen Autoritätsglauben, Ordnungswahn und nationale Phantasiedefizite wettert, seine Tiraden und Pauschalverurteilungen schwanken zwischen seinem Philosoph-Sein und Stammtischgerede und branden tosend an den Felsen seines Leidens an seinem eigenen Land.

Lou Salomé mit Paul Rée und Friedrich Nietzsche. Bild: Copyright Dorothee Pfeiffer, Lou Andreas-Salomé Archiv

Lou Salomé mit Paul Rée und Friedrich Nietzsche. Bild: Copyright Dorothee Pfeiffer, Lou Andreas-Salomé Archiv

Ein Salonstück, angesiedelt zwischen charmanter Selbstironie und fast schon humoriger Verzweiflungskoketterie, die sich beim Stichwort „Wagner” in nahezu groteske Ausbrüche und Wutanfälle hineinsteigern. Ein „Denk-Drama” über den europäischsten deutschen Philosophen und „Zertrümmerer aller Werte”, der der deutschen Körper– und Lustfeindlichkeit einen lachenden, tanzenden Gott entgegenzusetzen versucht.

Das 1992 vom Schauspielhaus Wien uraufgeführte Stück des Kärntner Autors Alexander Widner findet nach 25 Jahren in der Regie von Alexander Mitterer nach Kärnten und soll einmal mehr die Vielfalt der vorhandenen Kärntner Dramatik sichtbar machen.

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Acousmatic dancefloor

Cornelia Scheuer: Choreografie/Tanz
Dieter Kaufmann: Musik
Ulrich Kaufmann: Video
Karl-Heinz Ströhle: Bühnenobjekte
Stückentwicklung: Cornelia Scheuer, Ulrich Kaufmann

verschoben auf Ende Juni – Termine werden bekannt gegeben

In den Kompositionen „Herbstpathetique/La Mer/Adagio Herbst 2001″ von Dieter Kaufmann setzt sich Cornelia Scheuer der Wucht der Klänge aus, reibt sich an ihnen, lässt sich von ihnen treiben, geht in ihnen unter, kooperiert und revoltiert.

Eine enge Beziehung mit Höhen und Tiefen.

Foto: Milan Piko

Foto: Milan Piko

„…die Uraufführung war ein leuchtendes Gesamtkunstwerk eines besonderen Künstlerkollektivs. Scharfer Sound, zarter Tanz. Die charismatische Tänzerin Cornelia Scheuer aus Wien zeigte mit starken Armen an ihrem zarten, geschmeidigen Körper, dass gelähmte Beine kein Hindernis sind für beeindruckende Bewegungsbilder – vielleicht
ihre bisher stärkste Performance überhaupt. Nach dem Konzept von Filmemacher Ulrich Kaufmann zog sie auf dem weißen Tanzboden ihre Kreise, lotete Grenzen aus. So dehnte sie sich etwa rhythmisch in einem verformbaren Metallring des bildenden Künstlers Karl-Heinz Ströhle aus Vorarlberg – eine Aktion, die Ulrich Kaufmann als live bearbeitetes Schwarzweiß-Video an die Bühnenhinterwand spiegelte: eine geniale, hochästhetische Verfremdung des Geschehens am Boden…”
Andrea Hein, 12. Dezember 2015, tanz.at

Trailer

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